Tagebuch des Zeltlager´s 2010

Vorkommando


Grüß Gott miteinander, hier unser erstes Lebenszeichen aus dem Zeltlager.

Samstag am frühen Morgen ist das Vorkommando nach entspannter Fahrt (wirklich!) in Partenstein bei Gitta und Reinhard zum Frühstück eingeflogen. Benni’s Golf hat sich als wahrer Lademeister entpuppt, der alles (!) an Material geschluckt hat, was man so braucht- samt Anke und Phil als Pedalakrobaten. Lars und unsere Youngster Kevin, Lasse und Milan fanden in „Opa“ Platz.

Nach der Frühstückspause nahm der Sommer seinen Lauf: ölige 36 Grad auf dem Lagerplatz und die Arbeit …. Viel war nicht zu schaffen, auch nicht am Sonntag wo es nicht wärmer wurde – nur schwüler. Leider hatte sich das Gewitter hinter Lohr erledigt….

Lars hat einen Stich (nicht den üblichen), sondern einen der ihn im Gesicht aufquellen ließ wie Dolly Dollar nach zwei Tüten Botox: Der Doc wollte ihn am liebsten nach Hause schicken, aber wer Lars kennt, was er von dem Rat hielt. Inzwischen sieht er wieder halbwegs normal aus.

Irgendwie ist Dienstag Abend alles fertig geworden, was auf dem Plan stand. Und das bei 23 Grad um 22 Uhr….

Das Zeltlager

Die Stralsunder Kids haben die Zugfahrt gut überstanden: Kein Radbruch, Lokschaden oder sonstiges. Und es war sogar ein Teilnehmer mehr dabei wie geplant – Partenstein ist also auch was für kurzent-schlossene. Alle Teilnehmer aus Kiel fanden rechtzeitig den Weg ins Vereinsheim und pünktlich ging der Urlaubsexpress ab in den Süden.


Tag 1: 14.07.

Punkt sieben haben die Teilnehmer die Brötchen abgeholt und dann das Lager in Besitz genommen. Das Wetter ist für hiesige Verhältnisse schon arg extrem: in Lohr hatte es heute im Autothermometer 40 Grad – in Partenstein nur 36….

Der erste Tag verlief relativ entspannt….jedenfalls für die Kids. Die Videokamera ist noch in Kiel und auch die Süßigkeiten für die Kantine liegen hoch und Trocken im Kofferraum – in Lars‘ Auto in Kiel. Und wir haben festgestellt, dass zwei unserer Gaskocher den Geist aufgegeben haben. Im Moment haben wir vom DRK in Lohr ein Leihgerät und Dominik hat uns an einen Monteur vermittelt, der unsere alten Herde nach kurzer Begutachtung für „tot“ erklärt hat. Also werden wir morgen schauen, wo wir Ersatz herkriegen – aber Adressen haben wir schon.

Die Kids sind gut drauf – gibt’s halt abends warm statt mittags, man muss nur improvisieren können.

Wie Ihr seht, ist hier so viel los, dass wir kaum dazu kommen, tagesaktuell das Netz zu füttern. Aber lieber spät als nie…. Die „Elternnachrichten“ aus dem Gästebuch haben wir weitergegeben. Hängen ausgedruckt am Schwarzen Brett.

Zurück zum Tagebuch:

Der Mittwoch Abend hatte es noch in sich. Hell auf begeistert waren die Kids nach der Hitze des Tages, dass vor dem essen noch ein Bad im Kepplerbach eingeblendet wurde. Es gibt tatsächlich noch Wasser darin und es ist erfrischend kalt….

Nach dem Essen war dann die Bekanntgabe der Gruppeneinteilung für die Spiele. Wir haben Gruppenleiterteams zusammengebastelt, die die Kids selbst überrascht haben. Schaun wir mal, was die daraus machen.

Als wir damit gerade fertig waren, kam gegen 21 h Sturm auf. Ja, so was gibt’s auch hier. Der Sturm war der Vorbote für ein starkes Gewitter mit heftigem Blitz und Donner und einer ordentlichen Portion Regen. Aber der hat die Luft gut abgekühlt. Um ¼ nach 10 war der Spuk vorbei und die Kids konnten bei leichten Regentropfen, die auf das Zeltdach klopfen, entspannt einschlafen.

Tag 2: 15.07.

Es war das gleiche Wetter angesagt wie gestern und wir haben kurzerhand das Spielprogramm „gekippt“. Morgens das Bänderspiel (naja, das müssen wir noch mal Üben, die Kids sind noch etwas zaghaft) und dann ab nach Frammersbach ins Freibad statt Dorferkundung in Partenstein. Die Kids waren dankbar. Von unseren 5 Nichtschwimmern sind jetzt nur noch vier übrig. Keine Angst, Jenny ist nicht ertrunken! Eric hat mit dem Bademeister einen Deal gemacht und er hat die Seepferdchen Prüfung abgenommen : Jenny gehört jetzt mit zu „den großen“.

Lars und Willi haben das Gaskocherproblem gelöst. Meine Damen im Vorstand der Musketiere, ihr müsst jetzt tapfer sein : wir haben drei neue Herde gekauft…

Am Abend haben wir wer wird Millionär gespielt. Zum ersten Mal mit Laptop und Beamer. Klappte gut, wir mussten nur warten, bis es dunkel genug war, damit man an unserer Bettlakenleinwand auch was erkennen konnte. Aber die Kids wussten viel und sammelten fleißig Punkte für die Gruppenwertung. Tim K. mit seinen drei Mitstreitern sogar zusätzliches Taschengeld für die Festwoche (Jahrmarkt), weil sie als erste 21 richtige Antworten wussten.

Tag 3: 16.07.

Für heute sind wieder subtropische Verhältnisse angesagt (und eingetreten). Ohne langes Nachdenken haben wir wieder das Freibad angesteuert, in dem sich die Kids den ganzen Tag vergnügt haben. Für die Lagerleitung ist das fast langweilig, weil wir unsere vorbereiteten Spiele auf Eis legen müssen, aber bei über dreißig Grad im Wald macht Plantschen im Wasser einfach mehr Spaß als im Gelände herum zu Laufen. Wir können uns nicht daran erinnern, jemals so viel Sonnenmilch verbraucht zu haben wie in den ersten drei Lagertagen 2010…

Anke unsere Köchin ist inzwischen auch glücklich: Die neuen Kocher sind aufgebaut und angeschlossen. Leider haben wir dann festgestellt, dass man bei der Lagerleiterbesprechung am Abend darauf nicht mehr so gut sitzen kann wie auf den alten…

Am Abend hatte zum ersten Mal die Kantine auf und es gab Süßigkeiten und Brause zu kaufen. Zwar nur eine „Basisauswahl“ (weil der Rest noch aus Kiel nachgeliefert wird), aber es hat gereicht. Die Taschengeldbestände nehmen ab.

Währenddessen haben wir den neuen Gruppenführern ein Geländespiel für Samstag erklärt: Wir wollen ein Rollenspiel machen: Ritter, Mönche, Vampire und Piraten im Jahr 1435. Wir sind gespannt, was unsere Kids daraus machen….

Nachtrag von Michelle: Hallo Mama, ich vermisse Dich total und bin froh, dich bald wieder zu haben. Das Zeltlager ist cool außer der Regen. Hab Dich über alles lieb.1000 Küssis, Bussis und Schmatzer. Deine dich liebende Tochter Michelle

Von Nino an René: Hallo Papa, ich hab dich ganz doll lieb und ich freue mich, wenn du mal her kommst. Du kannst Mama und Lukas sagen, dass ich sie auch lieb habe. Nino - PS: Das mit den Hosen hat geklappt.

Tag 4: 17.07.

Heute war endlich mal Ausgang für alle. Vormittags ging‘s runter ins Dorf und von dort gleich wieder den nächsten Berg rauf: Am Samstag wird an der Burgruine vom  Burgverein gebuddelt. In den letzten Jahren hat man von den wenigen Mauerresten, wo man dranschreiben musste, was das ist,  etliche Mauern freigelegt, so dass man jetzt eine Burganlage erkennen kann. Der Grabungsleiter war vor Ort und konnte so unseren Kids erklären, wie es früher so war auf der Burg und wofür die Reste, die man jetzt sehen kann, einst dienten. Danach erkundeten die Kids das Dorf und stürmten die Läden. Unser „Chaosquartett“ suchte den Schlecker heim und hat das Taschengeld in Deo investiert (Duftrichtung billig und igitt) aber es wird alles eingesprüht, was sich nicht bewegt…. Das Chaosquartett hat sich hier gesucht und gefunden, Nick, Nino, Julian und Justin: wo die zusammen auftauchen, ist Alarm.  Das geht in etwa so: N haut J - der tritt dann den anderen N, der sich am anderen J rächt, welcher dem ersten N eins auf die Glocke gibt. Der kommt dann bei der Lagerleitung an und beschwert sich,“ N haut mich, ich hab N doch nix getan…“ – inzwischen haben WIR das Spiel verstanden und sehen das Quartett einfach nur noch als Ganzes….

Während der Dorffreizeit fing es dann an zu regnen und die „Kieler“ sind ihrem Ruf wieder gerecht geworden: Wenn die Kieler kommen, regnet es immer. Neulich meinte einer zu Lars: Gott sei Dank, dass ihr jetzt da seid, dann regnet es ja endlich mal….

Am Nachmittag nach dem Regen stand dann das erste große Geländespiel an: Partenstein 1435. Eine Tageskarawane mit verteilten Rollen. Die Kirchentruppe (Mönche und Nonnen) haben wider Erwarten die meisten Aufgaben ab besten gelöst und sogar die „Untoten“ (die mit Ansage falsch spielen durften) besiegt. Ritter und Piraten waren zwar auch gut dabei, aber die beiden anderen Gruppen haben die Aufgaben einfach besser verstanden.

Tag 5: 18.07.

Der Morgen war für den Härtetest von Hosen reserviert: Das erste Verwundetenspiel stand auf dem Programm. Aufgedonnert bis zum Gehtnichtmehr waren unsere Verwundeten mit Verbandszeug aller Art kostümiert und sollten vom Sanitätstrupp ins Lager gebracht werden. Auch hier waren unsere lieben Kleinen wieder sehr zärtlich miteinander….

Der sonnige Nachmittag stand im Zeichen der Puzzles. Damit sollte eine Schatzkarte zusammen gebracht werden, auf der 1 Kilo Naschis auf neue Besitzer wartete. Leider ist ein Puzzle (fertig gepuzzelt) bei der Vorbereitung runtergefallen und weil die Zeit knapp war, musste improvisiert werden. Die Kids haben mehr oder wenig interessiert 500 Teile pro Gruppe zusammengestöpselt. Leider wurde der Schatz nicht gefunden, aber die Gruppe, die am weitesten war, hat die Kiste bekommen.

In der Nacht (inzwischen haben wir wieder altbekannte lauschige 10 Grad) war endlich Zeit für das Nachtspiel: Nachtkarawane. Mit den Rollen von der Tageskarawane ging es des nachts erneut auf Beutezug zwischen halb eins und drei. Diesmal hatten alle die Regeln verstanden und es war emsig Betrieb im dunklen Wald.

Tag 6: 19.07.

Trotz der Nachwanderung in den müden Augen sind die Kids in Rekordgeschwindigkeit nach Lohr gewandert und haben sich ganz ordentlich benommen bei der Stadtführung. Die beiden netten Mitarbeiter der Stadt haben den Kids, in eine junge und eine alte Gruppe aufgeteilt, die Sehenswürdigkeiten gezeigt und viel aus der Geschichte der Stadt erzählt.  Und die geht bis zu den Kelten zurück. Interessant natürlich, dass Schneewittchen keine Erfindung der Gebrüder Grimm ist, sondern ein Kind der Stadt Lohr. Die Besichtigung des Wehrturmes stand bei unserer Truppe natürlich ganz hoch im Kurs. Nach Der Stadtführung und einem „Picknick“ im Park gab es Freizeit für alle. In der Fußgängerzone mit seinen engen Gassen und der Altstadt mit den vielen Fachwerkhäusern  können sich selbst unsere Kleinen herumtreiben, ohne dass es langweilig wird – vor allem, wenn jeder weiß, dass der Tag im Lohrer Freibad ausklingen soll. Große Freude natürlich auch, wenn die Lagerleitung einen Shuttledienst organisiert, so dass die Kids nicht auch noch die 8 Kilometer zurücklaufen müssen.

Das beste: Am Abend war die Bande trotzdem restlos „geschafft“,  so dass um kurz nach zehn Totenstille auf dem Platz war.

Tag 7: 20.07.

Der Nachteil wenn die Kids abends früh schlafen gehen: Am nächsten Morgen sind sie ausge-schlafen… Der Lautstärkepegel ist dann irgendwie deutlich höher als sonst. Daher müssen sie hier verschwinden (siehe „Stern“: Störfaktor Kind…. Wie recht die doch haben..): Um 10 war der Lagerplatz geräumt und es begann das Chaosspiel. Die Kids suchen sich mit ihrer Gruppe ein Feldlager in der Umgebung und steuern nur zu zweit oder zu dritt den Platz an, um Aufgaben zu lösen oder mit Fahne bewaffnet Essen und Trinken abzuholen. Lasse und Stefanie hatten die Spielregeln am schnellsten begriffen und haben ihre Gruppe geschickt eingesetzt, so dass sie schon zur Kaffeezeit auf dem großen Spielplan im Ziel saßen und die anderen mit jeder gelösten Aufgabe zurücksetzen konnten. Das „Chaosspiel“ machte seinem Namen alle Ehre: Um 18:30 h hatte die erste Gruppe alle Aufgaben gespielt und jetzt müssen nur noch die Turniere zu Ende gespielt werden… und das kann beim Wikingerschach dauern.  Jetzt gerade ist es gerade kurz vor Neun und die sind immer noch nicht fertig. Wir haben kurz unterbrochen und Abendbrot gegessen – was bei dem Hunger der lieben kleinen deutlich die Bestände und die Zeit dezimiert hat. „Wetten dass?!“ muss leider ausfallen heute. Dafür gibt’s die Lagerkantine, die bei den Kids auch hoch im Kurs steht.

Das Wetter kommt langsam wieder in Wallung…. Die Temperaturen steigen wieder. FFH hat für morgen Abend wieder Gewitter angesagt: mal sehen, ob  die Recht behalten. Es wird uns nicht stören, denn wir werden unterwegs sein…. Wir haben einen Bus bestellt für einen Ausflug in die Rhön.

Kleiner Hinweis: Unser „Internetman“ in Berlin, der das Tagebuch auf die Zeltlagerseite stellt, kommt die Tage zu uns nach Partenstein. Es kann also noch etwas dauern, bis wir die nächste Nachricht loslassen können. Die Grüße aus dem Gästebuch hängen bei uns an der Küchentür und darüber freuen sich die Kids sehr und sind immer sehr gespannt, wer eine Nachricht von zuhause bekommt.
Nachtrag: Willi Grüßt MM aus PI (Ausrede: keine. Am Sieb ist vielleicht doch die 50 ist schuld…) und Steffi und Rico: Wir vermissen Knotenknut.

Tag 8: 21.07.

Pünktlich um Neun Uhr stand der Reisebus für uns im Dorf zur Abfahrt bereit: Bei subtropischen Temperaturen ab in die Klimazone: So was kann man schon Genuss nennen…  Auf nach Bad Brückenau (1 ½ Std Fahrt) in die „Sintflut“ – ein Badeparadies mit Innen und Außenbereich, Mineralwasserbad (ziemlich heiß) und Schockbecken (ziemlich kalt), Wasserrutschen usw.

Da kann man es sehr gut aushalten. Die Lagerleitung war ganz begeistert, dass sie nicht einmal ausgerufen wurde und sich alle gut benommen haben – immerhin war das Bad brechend voll.

Anschließend ging‘s eine Stunde weiter zur Wasserkuppe. Dort ist eine Sommerrodelbahn, wo man mit Bobs und Schlitten den Berg runterheizen kann. Die Lagerkasse hat p.P. vier Fahrten spendiert und unsere Kids  gingen bei 30 Grad vergnügt dem Wintersport nach. Lasse hat die Zugfestigkeit des Seiles getestet, mit dem die Schlitten samt Besatzung den Berg wieder hochgezogen werden (nach fest kommt ab; also abspringen und bei Enno in den nächsten Schlitten rein, man müsste ja sonst hochlaufen… ) und Michi hat festgestellt, dass enge Jeans am Hintern reißen, wenn man zu stürmisch bergab fliegt. Unter allgemeinem Gelächter trug sie fortan schick einen Pulli um die Hüften, damit wir nicht noch öffentliches Ärgernis erregen. Das hätten eher unsere beiden Mädels geschafft, die sich– aus welchem Grunde auch immer – vom Taschengeld Babywindeln  gekauft haben und sich auf den Kopf gesetzt haben, um damit den Rest des Tages herumzulaufen.

Gegen halb acht war die ganze Bande wieder im Lager und hat den Grill gestürmt, den Lars und Phil rechtzeitig angeheizt hatten. Pute, Nacken und Bratwurst fanden ebenso reißend Absatz wie Ankes kleines Salatbuffet.

Den ganzen Tag Sonne und die Hitze haben unseren Leuten trotzdem ganz schön zugesetzt: Um viertel nach zehn war Totentanz auf dem Lagerplatz…. Das war auch ganz gut so, denn das angekündigte Gewitter zum Abend hatte die Wettervorhersage gehört und hielt sich an die vorhergesagte Zeit…

Sind wir wirklich schon eine Woche hier ?!

Tag 9: 22.07.

Heute lassen wir es langsam angehen. Nach einer Woche Lagerbetrieb ist erst mal Großreinemachen auf dem Lagerplatz angesagt und die Zelte könnten auch mal gründlich von der Putzfrau bearbeitet werden. Einige Kids haben erst jetzt gemerkt, dass Mama nicht da ist und sie ihre eigene Putzfrau sind, weil keiner hinter ihnen herräumt.

Die drückende Schwüle ist vorbei und für uns ist das der perfekte Tag, im Frammersbacher Freibad unsere Schwimmolympiade durchzuführen. Zwischendurch fallen immer wieder ein paar Tropfen Regen und wir haben das Freibad fast für uns. Wer ist hier sonst so bescheuert, und geht bei Regenwolken am Himmel ins Schwimmbad?

Am Abend werden wir anfangen, unseren „Song-Contest-Abend“ am Samstag vorzubereiten. Schau‘n wir mal, was die Kids daraus machen.

Tag 10: 23.07.

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: Jenny hat gestern Abend ihren Blinddarm genommen und ist im Krankenhaus zur Beobachtung, ein Mittelohr schont sich im Lager und eine große Blase am Fuß ist für das Freitagsprogramm ebenso hinderlich wie das lockere Knie. Aber der Rest ist wohlauf.

Früher hätten wir gesagt, heute ist „Tageswanderung“. Heute ist das die „Schnitzeljagd XXL“ – klingt doch viel netter … Dank einer Riesenbaustelle zwischen Partenstein und Krommenthal sind leider alle Laufziele in diese Richtung Tabu: Wir kommen im Notfall mit dem Auto nirgends hin – oder nur mit Anfahrtstrecken von 30 km Plus X…. Also haben wir diesmal eine Spezialwanderung zusammen-gestellt: Start auf dem Platz. Teil 1 ist eine Fußgänger Rally durch Partenstein mit dem Ziel Bahnhof. Dort Eis essen und ab den Berg hoch in den Wald. Nun steht ein kleiner Orientierungsmarsch zum Katharienbild auf dem Programm: Immer schön bergauf, Waldwege, Hohlwege, Splittwege – das volle Programm. Entschädigung für die Kids: Es gibt bei Phil auf dem Posten Hamburger. Von dort geht’s dann mit Teil drei zurück: Eine Schnitzeljagd  mit 60 Fragen, die, richtig beantwortet, wie in einem Kreuzworträtsel eine Lösung ergeben. Ob Claudia Schiffer, Lady Di (wer ist di(e) denn ?) oder Menowin, Justin Bieber und Phillip Lahm, der Bundesjogy oder der Kaiser, alle hingen am Baum und warteten darauf, erkannt zu werden. Wir haben auch Buchstaben verschenkt (z. B. den nach „i“ = H nach Meinung der Kinder….)  oder gefragt, wer im Wohnzimmer rumsteht, manchmal Ohren hat oder zu Couch passt …naja usw. Hätte vermutlich auch gut geklappt, hätte es nicht den ganzen Tag fast durchweg geregnet und die Lösungszettel der Gruppen wären nicht völlig durchgeweicht gewesen.

Die Kids haben die 15 Kilometer ganz gut überstanden und kamen zwar durchnass, aber relativ gut gelaunt zurück. Wie es sich für eine richtige Schnitzeljagd gehört, gab‘s natürlich zum Abendessen lecker Schnitzel (diesmal aus der Pfanne) .

Unterwegs haben die Gruppen dann ihre Titel für den „Partenstein Song Contest“ (=PSC) bekommen, die gestern  Abend ausgelost wurden. So hatten die Gruppen schon mal die Gelegenheit, sich ungestört etwas länger  mit der Monsteraufgabe für den Samstag zu beschäftigen. So schlecht war unsere Titelvorauswahl anscheinend nicht, denn die allgemeine Rückmeldung war ganz ok: Jede Gruppe hatte mindestens zwei Titel dabei, mit denen sie etwas anfangen konnte.

Der Abend klang dann noch mit einem Highlight aus: Dank des besch**?!** Wetters konnten wir zum ersten Mal das Lagerfeuer in Betrieb nehmen. Irgendwie hatte das bisher richtig gefehlt.

Tag 11: 24.07.

Heute steht der Tag ganz im Zeichen des „PSC“. Die Kids haben die Aufgabe, am Abend zwei Lieder auf die Partensteiner Showbühne zu bringen. Es werden Playbacks aufgenommen, Bühnendeko und Requisiten gebaut und gebastelt und Bühnenauftritte geprobt. Es gibt viel zu tun – so ein Tag ist kurz.

Vor den Musikaufnahmen war erst mal die Hürde Willi/Anne zu nehmen: Bräsig im bequemen Klappstuhl huldvoll die Opfer bewertend, mussten die Vokalakrobaten den beiden vorsingen, damit Andre (in der zum Studio umgebauten Küche) keinen Nervenzusammenbruch bekommt. Aber, oh Wunder, die Gruppen kamen super vorbereitetet zum Test und das eine oder andere Talent war erkennbar. Natürlich auch das Gegenteil, aber: singe, wem Gesang gegeben. Die Gruppen hatten sich viel Mühe gegeben und richtig gut geübt, so dass die Vorbereitungszeit zwischen Mittag – und Abendessen diesmal gut ausgereicht hat. Die Kids, die nicht zum Singen mussten, wurden entweder zum Tanzen gedrillt (Steffis „Waving Flag“ Truppe) oder malten Bühnendeko bis die Farben alle waren. Und zur Freude aller, ist Jenny auch wieder aus dem Krankenhaus zurück – Fehlalarm.

Alles ließ auf einen richtig guten „Grand Prix“ hoffen, der um viertel vor neun dann auch fast pünktlich begann.

Xenia hatte ihr rotes Abendkleid dabei und moderierte sich zum ersten Mal durch das Programm, das die Partensteiner „Atzen“ - für Ägypten startend- eröffneten. Über  „Spinner“ und  Sido   ging das Programm dann zu den „Monstas“, was vermutlich ähnlich kultig wird, wie „Die Schlampe an der Lampe“ (an die sich fast alle alten Zeltlagerhasen erinnern können – ein PSC-Klassiker). Im zweiten Teil kamen dann die „Seniorentitel“ : Ob Harry Potter den puppenspielenden Roberto Blanko gibt oder Diane die Gitarre vergewaltigt, dass selbst Marmor, Stein und Eisen brechen – konnte man nett anschauen. Zum Schluss dann noch zwei Highlights: Für den von den Kindern abgewählten Andrea-Berg-Cover-Titel „1000 Mal gewogen“ hatte die Lagerleitung mit Eric den perfekten Darsteller  und zum Abschluss haben wir ein neues Talent für DSDS entdeckt („Mama sagt, ich kann gar nicht singen!“): Michelles Version von Coras „Amsterdam“ war schon richtig gut…. Leider wurde sie zwischen Aufnahme und Auftritt von übelstem Lampenfieber erfasst, dass sie nicht in der Lage war, aufzutreten. Dementsprechend musste sich die Gruppe spontan was einfallen lassen, damit der Auftritt für „Zypern“ nicht ausfällt. Geht doch. Und spätestens, als das Ganze Zelt den Titel mitgesungen hat, hielt es Michelle dann nicht mehr in ihrem Zelt…

Die Titel haben die Kids dann selbst bewertet und die Punktewertung lief „wie in Echt“ : Land für Land, Punkt für Punkt kam es zu einem Vierkampf zwischen Ägypten, Island, Wales und Zypern. Am Ende hatten dann die „Monstas“ aus Island die Nase mit zwei Punkten von: Valentins Power -Interpretation   und Steffis „Boom-Booms“ haben die 300 Kilo von Eric geschlagen. Knapp dahinter dann das toll gesungene Lied aus Zypern (das hätte Siegchancen gehabt, wenn das Lampenfieber nicht gewesen wäre) und die „Atzen“ aus Ägypten.

Insgesamt ist es diesmal wieder ein richtig guter PSC geworden – übrigens der 19.,den wir hier durchgeführt haben. Die Aufnahmen der Kids stellt André für die Neugierigen schon mal unter der Rubrik „Grand Prix 2010“ auf diese Internetseite, Filmaufnahmen folgen dann zur Nachbesprechung.

Tag 12: 25.07.

Wir dachten, nach der Veranstaltung gestern Abend wären alle froh, wenn sie ein wenig länger schlafen könnten. Weit gefehlt. Gegen acht war die Masse der Kids putzmunter und voller Tatendrang.  Dass Sonntag ist, merken die meistens nur, weil es Kellogs, Smags und ähnliches zum Frühstück gibt. Den Vormittag bei angenehmen Temperaturen nach dem Regen in der Nacht  haben die Kids gebraucht, um sich im Wald Burgen zu bauen. Nachmittags war dann das Burgenspiel an der Reihe. Fahnen, Schätze, Wassereimer und Prinzen wollen bewacht und erobert werden und allgemein geht es bei dieser Art von Freizeitvergnügen eher ruppig zu. Größere Ausfälle gab es nicht. Nino hat einen filmreifen Stunt gedreht,  als er versuchte, als Prinz zu seiner Gruppe zu flüchten. Irgendwie waren seine Beine schneller als der Berg…

Anke musste feststellen, dass solche Tage im Lager bei angenehmen Temperaturen irgendwie hungriger machen als 35 Grad im Freibad: Die Truppe hat auch noch die letzten Reserven verschlungen, der Kühlschrank war kahl.

Nachdem nun der Staub aus den ersten Lagertagen noch tief in den Klamotten steckt, kommt jetzt noch schöner Matsch von den letzten regnerischen Tagen dazu. Liebe Muttis, ihr müsst ganz Tapfer sein, Eure Kinder haben alles gegeben….

Am Abend haben die Kids noch bei einer kleine Lagerolympiade etwas „Sport“ getrieben. Blind Kick, Dosen – Biathlon und das berühmt-berüchtigte Gießkannenspiel dürften dem Lärmpegel nach auch dem letzten Partensteiner klar gemacht haben, dass die Kieler wieder da sind.

Tag 13: 26.07.

Für den Montag hat der Wetterfrosch auf jeden Fall Recht behalten. Unsere Kids haben den Jahr-markt sichtlich genossen und sind zwischen den Schauern mit dem Bus nach Partenstein zurückge- kommen. Im Lager hat es dann immer noch geregnet, aber bei uns im Wald regnet es ja sowieso immer zwei Stunden länger als im Dorf…

Am Montag während der  Festwoche hat die Lagerleitung „einmal Urlaub bis zum letzten Festbus“.   Das Abendprogramm „schmeißt“ dann die „Seniorenabteilung“ (Willi und Anke), diesmal unterstützt von Kevin und Xenia, die mit der Festwoche (noch) nicht viel am Hut hatten.  Es wurde eine zweite Runde „Wer wird Millionär“ gespielt und dabei große Mengen Naschkram unter die Leute gebracht.

Für unsere alten Hasen unter den Betreuern ist der Abend im Lohrer Festzelt quasi der Höhepunkt der wenigen freien Zeiten, die den Lagerleitern während des Zeltlagers verbleiben. Diesmal hatten wir auch für die älteren Teilnehmer dieses Highlight im Programm: wer Lust hatte, durfte mit der ansonsten vollzählig angetretenen Lagerleitung noch ein wenig zuschauen, wie die  in der Gegend überaus angesagte Partyband „Jukebox“ ein Festzelt mit 6.000 (!) Mann zum Kochen bringt.  Sieben unserer Kids haben dann bis 22 Uhr bei Spezi und Brezeln auf Tischen und Bänken gestanden und mitgefeiert – für die Sido – und Hip-Hop-Generation  ein Kulturschock - „…war aber schon ganz schön geil“ (Zitat Ende).

Tag 14: 27.07.

Der letzte Tag. Vormittags das letzte Spiel („Verwundeten II) – unsere Kids sind immer noch verhältnismäßig lieb im Umgang, das haben wir schon anders erlebt. Nachmittags Klamotten versteigern und zuordnen, Kofferpacken und den Platz aufräumen. Der Bus kam pünktlich zum Abendbrot und stand somit bereits zum Beladen zur Verfügung.

Nach dem Abendessen dann der Abschlussabend mit der Bekanntgabe von Zelt – und Gruppen-wertung. Gerade diese wurde mit einiger Spannung erwartet, da unsere Spiele während des ganzen Lagers nicht offen gewertet werden. Zwar wissen die Gruppen meistens, wer was gewonnen hat, aber der große Überblick fehlt. In diesem Jahr ging der Sieg an die Gruppe IV von Lasse und Steffi, die nicht nur die meisten Spiele gewonnen hatten, sondern vor allem die wichtigen, die wir traditionell doppelt  werten (Song Contest und Chaosspiel). Die Gruppen I (Max und Tim) und III (Saskia und Enno) liefen mit der gleichen Punktzahl durchs Ziel, aber weil Max am Anfang mehr Spiele gewinnen konnte, belegte die Gruppe I dann den zweiten und die Gruppe III den dritten Platz. Die Blech-medaille blieb in diesem Jahr für die Gruppe II von Milan und Annalena, die sich aber auch wacker geschlagen hat.

Zwischen Bekanntgabe der Gruppenwertung und Preisverteilung haben die Teilnehmer dann noch unseren „Lagerleiter des Jahres“ gewählt. Mit riesigem Vorsprung ging dieser Wanderpokal 2010 an Phil als „Liebling der Herzen“.

Während sich die Kids gegen elf ein letztes Mal in ihre (?) Schlafsäcke kuschelten, macht die Lagerleitung bei der letzten Besprechung die „To – Do – Liste“ für den Abfahrtstag, damit nichts vergessen wird und dann gab Lars noch ein Fässchen Bier aus, bei dem die Lagerleitung die vergangenen zwei Wochen noch einmal Revuepassieren ließ. Jeder Lagerleiter kam zu Wort und konnte  Lob und Tadel verteilen. Kevin hat es schön auf den Punkt gebracht: So anstrengend hätte er sich den Job in der Lagerleitung nicht vorgestellt. Im letzten Jahr, als er noch Teilnehmer war, sah das immer so aus, als würden die Alten da immer nur vor der Küche herumsitzen … Bei dieser Aussprache kommt man zu vielen Anregungen und Aufgaben, die für das nächste Jahr zu erledigen sind und die wir schon auf unserer „To-Do-Liste 2011“ notiert haben.

Tag 15: 28.07.

Die Nacht war kurz. Ein bis drei Stunden Schlaf müssen reichen. Wegen der unklaren Wetterlage haben wir beschlossen, so spät wie möglich anzubauen, damit uns nicht noch ein Gewitterschauer überrascht, wenn schon alle Zelte zusammengelegt und im Bus verstaut sind. Da es am Dienstag trocken war, haben wir die Hoffnung, das Zeltmaterial einigermaßen durchgetrocknet mitnehmen zu können. Unser Busfahrer Manni  hat wieder an alles gedacht und den Skikoffer am Heck des Busses montiert, so dass wir keine Platzprobleme haben.

Um sechs Uhr wabert Kaffeeduft über den Lagerplatz und Eric greift zu Hammer und Heringskiste. Ein Zelt nach dem anderen wird den Teilnehmern überm Kopf abgebaut, sauber gemacht und gleich verladen. Wenn es nicht so aufwändig wäre, könnte man die Kids häufiger so wecken…

Nach dem Frühstück um 8:30 Uhr geht die Kofferarie los: Stralsunder Koffer rechts, damit man sie am Hamburger Bahnhof besser ausladen kann,  Kieler Koffer links – aber daran denken, dass von den Kielern drei in Hamburg abgeholt werden, also auch diese Koffer nach rechts usw.

Währenddessen Laden die Kinder ihr Stroh auf den bereitgestellten Anhänger, damit es entsorgt werden kann und die Lagerleitung baut die beiden großen Zelte ab, damit die auch verladen werden können.

Um halb zehn hat die letzte im Dreck versteckte Unterhose ihren Besitzer gefunden, Müll ist gesammelt und der Platz fast abgeräumt. Auf geht’s zum Spielplatz, wo in diesem Jahr mal wieder ein Abschlussfoto gemacht werden soll. Dies gelingt sogar unfallfrei … und die Kids entern den Bus, der dann um kurz nach zehn auf die Reise geht.

Anke, Lars, Phil und Willi winken dem Bus nach und nehmen Nick mit, der noch zwei Stunden bleibt bis seine Oma ihn in Partenstein direkt abholt. Auf dem Weg vom Spielplatz zum verwaisten Lager  fängt es dann an zu regnen – passt.

Nachkommando


29.07. - 31.07.

Wie alle inzwischen gemerkt haben, ist die Heimreise gut verlaufen und alle Kids sind wieder zu Hause. Eric ruft gegen acht an „Wir sind da“ und Michi meldet sich um elf, dass die Stralsunder auch die Zugfahrt gut überstanden haben. Michi freut sich: Endlich mal wieder Tränen in Hamburg… Das Nachkommando freut sich auch: zum einen, weil auf der Fahrt nichts passiert ist und zum anderen, weil sie heute Abend nicht zu kochen braucht: Dominik hat uns zum Grillen eingeladen…

Das Nachkommando räumt auf. Die letzten beiden Zelte abbauen, Strom weg, Wasser weg, Abwaschstelle weg, Duschzelt weg, Sitzecke vor der Küche abbauen, Küche einräumen (oberstes Ziel: alles möglichst mäusesicher verstauen), Platz harken, Küche und Keller verrammeln und Tschüss.

Zwischendurch holt der Getränkelieferant noch das Leergut und die Sitzgarnituren ab, Lars geht Wertstoffmüll entsorgen und macht die große Bezahlrunde bei unseren Lieferanten im Dorf und ehe man sich versieht, ist es kurz vor fünf und ab geht’s: erst mal Tanken und dann mit Lars und Simone und den Otts auf ein kleines Abschlussessen in den Sporttreff. Um viertel nach acht fahren wir am Ortsschild Partenstein vorbei und sehen das Ortsschild „Kiel“ gegen viertel nach zwei…

Wir sagen Danke!

….unseren Kids (Max H., Diane, Saskia K, Boom-Boom Steffi, Sabrina, Nico , Milan, Jörn Rasmus, Julian S., Lasse, Enno, Tobias, Tim K., Annalena, Tim B, Michelle, Valentin, Niklas (Harry P.), Malte,  Saskia W., Max K., Monique, Maike,  Leandra, Marten, Leah-Jenice, Lia-Ayleen, Josephine, Justin, Jenny , Julian, Nino, Nick) für die spannende Zeit ,

… dem Lagerleiterteam Michi, Moni, Xenia, Kevin, Benny, Eric und Phil für ihren Einsatz,

… Anke für das perfekte Kochlöffelschwingen,

… der Gemeinde Partenstein  für die Unterstützung und Gastfreundschaft

… sowie unseren Partensteiner Freunden, die uns immer mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Last but not least auch ein herzliches Dankeschön an Andreas von der Sportjugend Stralsund und an Ronny und Püppi von der Zeitung am Strelasund für die Unterstützung bei der Organisation des 20. gemeinsamen  Zeltlagers der Partnerstädte Kiel und Stralsund sowie an unseren Internettüftler André ….

Wir hoffen, wir treffen Euch gesund und munter wieder bei der Nachbesprechung in Kiel, die voraussichtlich am 1. Wochenende im November stattfindet.

Lars und Willi

Anmeldung 2012

Hier können sie die


runterladen.
Bitte ausdrucken,
ausfüllen und abschicken!

Kontakt

Kieler Musketiere e.V.
Werftstraße 231
24143 Kiel
Tel.: 0434 - 6602409
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!