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Erfahrungsberichte:

Was Eltern, Kinder und Ehemalige über das Zeltlager sagen

Seit 1970 haben tausende Kinder das Zeltlager Kiel besucht. Viele kommen Jahr für Jahr wieder. Hier berichten Eltern und ehemalige Teilnehmer von ihren Erfahrungen.

Erstes Mal dabei

Ehrlich gesagt hatte ich Bauchschmerzen, als der Bus losfuhr. Mein Sohn war 9, kannte niemanden und sollte 12 Tage ohne Handy im Wald leben. Was habe ich mir dabei gedacht? Als er zurückkam, war er wie ausgewechselt. Selbstbewusster, entspannter, voller Geschichten. Er hat drei neue Freunde gefunden, mit denen er sich bis heute trifft. Am zweiten Tag zu Hause fragte er, ob er nächstes Jahr wieder mitfahren darf.

Der Betreuungsschlüssel hat mich überzeugt: Auf fünf Kinder kommt ein Betreuer, alle mit Juleica und Erste-Hilfe-Ausbildung. Und das Smartphone-Verbot, das ich anfangs kritisch sah, war im Nachhinein das Beste an der ganzen Reise.

Mutter eines Sohnes (9), erstes Mal dabei, Kiel Sandra K.

Meine Tochter war zum dritten Mal dabei

Unsere Tochter fährt jetzt zum dritten Mal mit und zählt jedes Jahr die Tage bis zum Abfahrtstermin. Was uns als Eltern besonders beruhigt: die Kontinuität. Viele Betreuer waren selbst als Kinder im Zeltlager, kennen den Platz in- und auswendig und wissen genau, was sie tun. Man merkt, dass da nicht irgendein Ferienanbieter am Werk ist, sondern Menschen, die das aus Überzeugung machen.

Vater einer Tochter (12), die zum dritten Mal dabei war, Kronshagen Markus H.

Ein ehemaliger Teilnehmer sagt

Ich war von 2009 bis 2016 jedes Jahr als Teilnehmer in Partenstein. Die Nachtwanderungen, das Lagerfeuer, die Waldspiele, die 35-Kilometer-Wanderung – das sind Erinnerungen, die bleiben. Man lernt Sachen, die einem in der Schule keiner beibringt: Wie man ein Feuer macht, wie man sich in einer Gruppe einbringt, wie es sich anfühlt, mal zwei Wochen komplett draußen zu leben.

Mein bester Freund heute ist jemand, den ich beim Zeltlager kennengelernt habe. Wir waren zusammen in einem Zelt. Jetzt bin ich selber als Betreuer dabei :-)

Ehemaliger Teilnehmer, jetzt Betreuer, Kiel Malte B.

Erzieherin einer Wohngruppe

Wir schicken seit einigen Jahren Kinder aus unserer Wohngruppe zum Zeltlager Kiel. Für Kinder, die in betreuten Wohnformen leben, ist so eine Erfahrung besonders wertvoll: Sie erleben eine Gemeinschaft, in der alle gleich sind, in der niemand nach ihrer Geschichte fragt, sondern in der es nur darum geht, gemeinsam Spaß zu haben.

Das Team hat sich im Vorfeld immer die Zeit genommen, mit uns über die besonderen Bedürfnisse einzelner Kinder zu sprechen. Die kleine Gruppengröße macht einen riesigen Unterschied – bei 30 - 40 Kindern und 9 -13 Betreuern fällt kein Kind durchs Raster. Jedes Kind, das wir geschickt haben, wollte wieder hin.

Erzieherin, Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung, Eckernförde Andrea M.

Kind mit Allergien

Meine Tochter hat eine Laktoseintoleranz und eine Nussallergie. Bei anderen Ferienlagern war das immer ein Riesenthema. Beim Zeltlager Kiel habe ich das bei der Anmeldung angegeben und André (Der Chef selber) hat sich im Vorfeld bei mir gemeldet, um alles zu besprechen. Im Lager wurde das dann so selbstverständlich gehandhabt, dass meine Tochter sich nie als Sonderfall gefehlt hat. Das war mir wichtig.

Mutter einer Tochter aus Frammersbach, Bayern Annika

Ehemalige Betreuerin

Von 2016 bis 2022 war ich als Betreuerin in Partenstein dabei. Was dieses Zeltlager von anderen unterscheidet, ist die Tiefe der Erfahrung. Es ist nicht einfach ein Ferienangebot, das man konsumiert. Die Kinder gestalten ihre Zeit aktiv mit, sie lösen Konflikte selbst, sie helfen sich gegenseitig. Und abends am Lagerfeuer, wenn es leise wird und nur noch das Holz knackt – das sind Momente, die auch als Betreuerin unvergesslich bleiben.

Die Juleica-Ausbildung, die ich über den Verein gemacht habe, hilft mir übrigens bis heute in meinem Beruf. Das war eine der besten Entscheidungen meiner Jugend.

Ehemalige Betreuerin (2016–2022), heute Sozialpaedagogin, Hamburg Viktoria

Ehemalige Teilnehmerin

Ich bin als schüchternes Mädchen zum ersten Mal mitgefahren, mit 8, und kannte keinen einzigen Menschen dort. Am Anfang hatte ich tierisches Heimweh. Aber die Betreuer haben das sofort gemerkt und mich in eine Spielgruppe mit ein paar richtig netten Mädels gesteckt. Am dritten Tag hatte ich das Heimweh vergessen. Am Ende wollte ich gar nicht mehr nach Hause.

Ich war dann fünf Jahre hintereinander in Partenstein. Diese Sommer waren die besten meiner Kindheit. Auf Stroh schlafen, morgens vom Vogelgezwitscher wach werden, durch den Wald laufen – das kriegt man in Kiel einfach nicht.

Ehemalige Teilnehmerin (2015–2019), Kiel Finja

Erzieher einer Jugendwohngruppe

Als Erzieher in einer Jugendwohngruppe suche ich jedes Jahr nach Ferienangeboten, bei denen die Betreuungsqualität stimmt und die Kinder wirklich etwas erleben. Beim Zeltlager Kiel passt beides. Der Betreuungsschlüssel ist herausragend, das Programm abwechslungsreich und die Tatsache, dass die Kinder komplett offline sind, tut gerade unseren Jungs unglaublich gut. Einer meiner Schützlinge hat zum ersten Mal in seinem Leben eine Tageswanderung durchgehalten – 20 Kilometer. Er redet heute noch davon.

Erzieher, Jugendhilfeträger, Rendsburg Bjarne

Kontakt

Kieler Jugendgemeinschaft
Musik und Tanz e.V.
Werftstr. 231
24143 Kiel

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0176 29 830 787